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Letzte Aktualisierung: 13.08.2007 16:07



Pressemitteilung Nr. 135/2000 des MWK vom 25. Juli 2000

Baden-Württemberg gibt zusätzlich 10 Mio. DM pro Jahr für
Spitzentechnologie an Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus
Ministerrat beschließt 10-Gigabit-Ring für die Universitätsstandorte
Von Trotha: Können uns damit als Forschungsland Nummer 1 behaupten

Die Universitätsstandorte des Landes werden in den nächsten Jahren
durch einen neuen 10-Gigabit-Ring auf höchstem datentechnischem
Niveau miteinander vernetzt. Angeschlossen werden an diese besonders
leistungsfähigen Datenleitungen nicht nur die neun Universitäten,
sondern auch die übrigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen des
Landes. Bis Ende 2001 sollen mehr als 30 Gigabit-Anschlüsse realisiert
sein. "Damit wird Baden-Württemberg weltweit über die höchste Dichte
an Gigabit-Anschlüssen verfügen", erklärte Wissenschaftsminister
Klaus von Trotha am 25. Juli nach dem Beschluß des Ministerrats über
dieses "richtungsweisende High-Tech-Projekt, mit dem sich Baden-
Württemberg auch in Zukunft als Forschungsland Nummer 1 behaupten
kann" (von Trotha).
Die weltweit beispielhafte Gigabit-Netzinfrastruktur sichert dem
Land nach den Worten des Ministers eine hervorragende Ausgangsposition
im globalen Wettbewerb. "Die möglichst leistungsfähige Einbindung ins
Internet spielt für die erfolgreiche Nutzung unserer Forschungs-
kapazitäten eine entscheidende Rolle." Baden-Württemberg werde mit
der Realisierung dieses Netzes "die modernste und leistungsfähigste
Netz-Infrastruktur zumindest in Deutschland haben und damit auch
weltweit an der Spitze liegen".

Landeshochschulnetz auf Gigabit-Niveau
Baden-Württemberg hat für seine Hochschulen bereits 1987 eine
regionale Internetinfrastruktur geschaffen. Mit deren Ausbau in
den Jahren 1996 bis 1998 konnten erstmals Multimedia-Anwendungen
entwickelt und realisiert werden.
Die zunehmende Bedeutung des Internets hat inzwischen dazu geführt,
dass etwa für die US-Hochschulen seit ca. 2 Jahren eine Gigabit-
Infrastruktur ("Internet 2") aufgebaut wird. Durch ein attraktives
Angebot der Firma tesion, die einen entsprechenden europaweiten
Wettbewerb gewonnen hat, wird es nunmehr dem Land Baden-Württemberg
ermöglicht, das Landeshochschulnetz ebenfalls zu einem Gigabitnetz
auszubauen.
Mit Hilfe der innovativen Technik der Firma SEL/Alcatel wird es
dabei möglich, zwei Entwicklungsstufen (0,6 bzw. 2,4 Gigabit) in
der Technologie zu überspringen und bis zum Jahresende zwischen
den Universitätsstandorten des Landes einen 10-Gigabit-Ring zu
installieren. Dies entspräche an jeder Universität der Leistungs-
fähigkeit von 150.000 ISDN-Anschlüssen. Auf einer 10-Gigabit-Strecke
können beispielsweise gleichzeitig bis zu 5000 Videosequenzen
übertragen werden. Mögliche Anwendungen sind z .B. "distance-
learning" für Tausende von Studenten im Rahmen virtueller Hochschulen
oder zahlreiche gleichzeitige Telekonferenzen von Wissenschaftlern,
aber auch die Zusammenarbeit von Höchstleistungsrechnern zur Lösung
fundamentaler Probleme. "Für solche innovative Nutzungen bedarf es
entsprechender Netzleistung", so der Minister.

"Zugang zu World Wide Web ausbauen"
Eine direkte, leistungsfähige Anbindung an das internationale
"World Wide Web" ist nach Auffassung des Ministers unverzichtbare
Voraussetzung dafür, dass Lehre und Forschung an den Hochschulen
des Landes weltweit konkurenzfähig bleiben. Es sei bemerkenswert,
dass das "World Wide Web" aus Nutzersicht heute immer noch in erster
Linie ein "US-Wide-Web" sei - 60 % des gesamten Datenverkehrs im
Landesnetz gehen in die USA.
Von Trotha: "Wir müssen als Wissenschaftsstandort den direkten
Zugang zum Internet technisch ausbauen. Die Landesregierung hat
daher auch die finanziellen Voraussetzungen für eine eigene
Gigabit-Anbindung an das Internet geschaffen." Die vom Land
getragenen Kosten betragen jährlich 10 Mio. DM über eine Reihe
von Jahren. Neben dem nun beschlossenen Gigabit-Netz bleibt nach
Angaben des Ministers für spezielle Kommunikationsanforderungen
zu Hochschulpartnern in anderen Bundesländern jeweils eine
Verbindung der Landes-Universitäten zum geplanten Gigabit-Netz
des "Vereins für das deutsche Forschungsnetz" bestehen.</font>